RFID bald omnipotente neue Technologie?

Auf der CeBIT in Hannover wurde heuer der RFID-Technik [Radio Frequency Identification], auch als Funkchips bekannt, erstmals ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet. Die “Smart Labels” sollen in Zukunft den Barcode ablösen und in allen Lebenslagen zum Einsatz kommen. In der Logistik sind Funkchips bereits etabliert, die Entwickler verschiedenster Branchen lassen sich jedoch ständig neue Einsatzmöglichkeiten einfallen.

Die heute eingesetzten RFID-Systeme bestehen aus einem in ein Etikett integrierten Transponder-Chip und einer Empfangseinheit. Die Datenübertragung an die entsprechenden Lesegeräte erfolgt über elektromagnetische Wellen. Die Daten können berührungslos und ohne Sichtkontakt ausgelesen und gespeichert werden.

Die Fachleute sind sich einig: Den RFID-Chips gehört die Zukunft. Nach Einschätzung des Finanzanalysten IDTechEx wird sich der weltweite Markt für die Technologie rasch vervielfachen - von 1,5 Milliarden Euro 2005 auf 5,5 Milliarden Euro 2008.

Gebremst wird der flächendeckende Einsatz der Technologie vorerst aber noch durch den Preis: Etwa 30 Cent kostet ein Kleinsender - zu viel, um beispielsweise ein ganzes Supermarktsortiment auszustatten. Hersteller wie Hitachi arbeiten derzeit fieberhaft daran, die Kosten zu senken, das Ziel liegt bei etwa drei Cent. Dieses soll vor allem durch die verwendung günstigerer Materialien erreicht werden.

Datenschützer sehen die Allgegenwart von Funkchips jedoch skeptisch und warnen, dass eine Kontrolle der dadurch erzeugten Datenströme schwierig ist. Sie fürchten den “gläsernen Kunden” und argwöhnen, dass die Chip-Informationen leicht in unbefugte Hände geraten könnten.

Eine mit RFIDs markierte Ware könne zum Beispiel eindeutig einem bestimmten Kunden zugeordnet werden, sich möglicherweise sogar bis in dessen Heim nachverfolgen lassen und auch das Erstellen unerwünschter Kundenprofile ermöglichen, so die Meinung.

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