Ab 2007 plant der Zenodot Verlag jeweils im zwei Monats Abstand jeweils eines der geplanten 100 Bände zu veröffentlichen. Laut Adam Riese hätte dann 2010 jeder seine vollständige im Wohnzimmer stehen. Pro Band verlangt der Verlag 18,50€, bei einer Subskription aller 100 Bände nur mehr 14,50€. Der Zenodot Verlag, der auch für die themenbezogene Taschenbuchreihe WikiPress verantwortlich ist, hat für diese Projekt 15 Redakteure eingestellt, die die Inhalte der Wikipedia auf Vordermann bringen sollen. Weiters appaliert man an die Community, die auch eifrigst mit helfen soll.
So weit so gut….Kritikpunkt sehe ich vor allem an folgenden Stellen:
2010 wird der letzte Band aussgeliefert, auch wenn man ständig die einzelnen Bänder vor Veröffentlichung auf aktuellen inhaltlichen Stand bringt, hat man eine Spanne von 3 Jahren in dem sich Entwicklungen im Band “A” sich nicht decken mit Entwicklungen im Band “Z”. Oder man nimmt als Stand der Dinge den Status von 2006 und beginnt munter zu drucken und in 4 Jahren können einige Dinge bereits anders aussehen.
Die Hypertext Eigenschaft der Wikipedia würde verloren gehen. Querverweise wären dann nur mehr durch blättern und suchen möglich und verkomplizieren die Rechereche enorm.
Wer würde für Informationen bezahlen, die es sowiso gratis im www gibt? Natürlich ist ein Envyklopädie schick im Wohnzimmer, doch man benutzt sie nur on demand, sprich nur wenn man etwas Wissen will schlägt man sie auf. Und diese Einsatzform beforzugt natürlich die Internet Version, die einfach zu durchsuchen, gratis ist, überall und nicht nur im wohnzimmer verfügbar ist, usw…
Persönliches Empfinden zu der ganze print wikipedia Thematik: ich war schon bei WikiPress sehr skeptisch was das konzept betrifft: es werden freie Informationen, die wiederum von Idividuen erstellt worden sind, kommerziell verwertet. Es ist schon klar , dass mit der gnu fdl dieses Vorhaben rechtlich gedeckt ist, aber dennoch finde ich es es bedenklich. Man sieht es derzeit auch im Open Source Umfeld öfters, dass sich Personen an freien Gedanken kommerziel profillieren wollen, ist im Prinzip nicht verboten so lange man sich an die Lizenz Bediengungen hält. Doch ich finde es nicht richtig, wenn einzelen Personen oder Gruppen sich für Dinge rühmen, die zuvor eine anonyme Community in jahrelanger Arbeit mühevoll geschaffen hat. Schon toll, wenn man Wikipedia Inhalte überarbeitet und druckt, doch geht meiner Meinung nach der Gedanke dahinter etwas verloren. Damit ist die Einstiegsbarriere für die freie Informationen angehoben und kommerzialisiert worden. Auch denke ich, dass es nur ein Mitreiten auf dem aktuellen Hype ist, die Wikipedia besteht schon länger, aber erst jetzt hat sie die Aufmerksamkeit, dass sich solche Vorhaben auch finanziell rechnen.
2 Kommentare zu “Projekt WP1.0 bringt die deutschsprachige Wikipedia gedruckt”